Wird bei MAXit integrieren das Microsoft Deployment Toolkit (MDT) gerne mit dem Microsoft System Center Configuration Manager (SCCM). Dadurch bieten sich viele Vorteile, wie z.B. die dynamische, automatische Regions- und Spracheinstellung für Windows 7 deployments. Sämtliche Regions-, Sprach-, und Landeseinstellungen werden dann automatisch so eingestellt, wie man es zentral definiert.

In diesem Posting beschreibe ich wie man ein Image und eine Task Sequenz dazu nutzen kann, Windows 7 Systeme, basierend auf der physischen Lokation des Zielsystems, mit dynamischen, automatischen Regions- und Spracheinstellungen zu installieren. Unter Zuhilfenahme der MDT Datenbank können die folgenden Parameter für eine Lokation definiert werden: Details, Applikationen, Config Manager Packages, Rollen und Administratoren (Details, Applications, ConfigMgr Packages, Roles and Administrators). Für den in diesem Artikel beschriebenen Zweck werden die „Details“ Parameter genutzt.

 

Wie funktioniert die automatische Erkennung der Lokation?

Zur Laufzeit von Windows PE, dem Preinstallation Environment von Microsoft, erhält das Zielsystem eine IP Adresse nebst weiteren Optionen per Lease vom DHCP Server. Das zugewiesene Default Gateway wird die Lokation des Zielsystems identifizieren. Der Client list dann die spezifischen Regionseinstellungen für seine Lokation aus der MDT Datenbank aus. Die Einstellungen aus der Datenbank überschreiben eventuell in der Task Sequenz bereits gesetzte.

 

So wird es geMAXt

In dem hier verwendeten Beispiel wird Windows 7 in den Lokationen Linz, Tschechien, und zahlreichen weiteren verteilt.

Zunächst werden die benötigten Lokationen in der MDT Datenbank Tabelle „Locations“ mit dem „MDT Deployment Workbench“ Tool angelegt. Nach dem Start der Workbench zu Advanced Confguration/Database navigieren, und mit einem Rechtsklick auf „Locations“ und der anschließenden Auswahl von „New“ wird eine neue Lokation angelegt:

Beim Namen der Location wird nun, je nach Geschmack, ein Benutzerdefinierter vergeben. Durch Klick auf „Add“ erscheint der Dialog zur Eingabe eines Default Gateways, der entsprechend ausgefüllt wird. Natürlich können hier auch mehrere Default Gateways eingetragen werden. Danach zwei mal auf „OK“ klicken um alle Dialoge zu schließen.

Bitte nun die selbe Prozedur für die Zweite, bzw. alle weiteren Lokationen durchführen. Danach zeigt die Tabelle die entsprechenden Einträge.

Nun werden die regionalen Einstellungen für jede Lokation vorgenommen. Dazu bitte auf mit einem Rechtsklick auf die jeweilige Lokation zunächst die Eigenschaften öffnen. Im erscheinenden Dialog zum „Details“ Tab wechseln, und bis zu den „Regional and Local Settings“ runterscrollen (recht weit unten).  Die Einstellungen dann wie benötigt ausfüllen. In den Screenshots sind die Beispiele für Deutsch und Tschechisch.

Der folgende Artikel bietet eine gute Übersicht über die Language und Locale Identifier:
msdn.microsoft.com/en-us/library/dd318693(v=vs.85).aspx

Sollte auch Zeitzonen Einstellungen vorgenommen werden bietet dieser Artikel eine gute Übersicht:
technet.microsoft.com/en-us/library/cc749073(WS.10).aspx

Nun müssen noch die Zielsysteme für die Abfrage der MDT Datenbank konfiguriert werden. Da diese Abfrage unter Windows PE im Rahmen der Task Sequenz passiert, sind die Einstellungen genau dort zu treffen, und zwar in der Datei CustomSettings.ini. Dort müssen die notwendigen Einträge erstellt werden.

Zur Vereinfachung bietet die MDT Deployment Workbench einen Wizard, der die notwendigen Einträge generiert, die danach einfach kopiert werden können. Dazu bitte eine Ebene über „Locations“ einen Rechtsklick auf „Database“ durchführen und „Configure Database Rules“ auswählen.

Dies startet den „Configure DB Wizard“, in dem nur die benötigten Optionen (Location Options in diesem Beispiel) aktiviert werden. Um unnötige Abfragen der MDT Datenbank zu verhindern werden nicht benötigte Abfragen deaktiviert. Unter „Computer Options“ wird alles deaktiviert, unter „Location Options“ werden nur die ersten beiden aktiviert, unter „Make/Model Options“ und unter „Role Options“ wird alles deaktiviert (siehe Screenshots).

Im nächsten Schritt wird der Inhalt der neu erzeugten Datei „CustomSettings.ini“ im Unterverzeichnis „Control“ des MDT Deployment Share Verzeichnisses in die „CustomSettings.ini“ Datei, welche in der Task Sequenz von SCCM für das OS Deployment verwendet wird, kopiert. Ich empfehle die Datei vor dem Ändern zu sichern. In dem hier verwendeten Beispiel befindet sich das MDT Deployment Share auf D:\DeploymentShare, die Datei die benötigt wird liegt also hier: D:\DeploymentShare\Control\CustomSettings.ini

Sollte nicht bekannt sein, wo die von der SCCM Task Sequenz verwendete CustomSettings.ini Datei liegt, so kann das leicht im „Gather“ Schritt in der Gruppe „Initialization“ in der Task Sequenz nachgesehen werden. Dort steht das Package, in welchem diese Datei enthalten ist (das setzt natürlich voraus, dass diese Datei und das Package zuvor bereits generiert wurden).

Danach sucht man das SCCM Package in der SCCM Console unter Computer Management, Software Distribution, Packages. Rechtsklick darauf und Eigenschaften auswählen. Unter dem Tab „Data Source“ steht das „Source Directory“ – dort findet man die CustomSettings.ini Datei. Nun einfach den Inhalt dieser Datei mit jenen die aus der MDT Datei kopiert wurden austauschen.

Nach den Änderungen an der CustomSettings.ini Datei muss nun noch das Package neu an die SCCM Distribution Points verteilt werden. Um das zu tun, einfach Rechtsklick auf das Package in SCCM und „Update Distribution Points“ auswählen.

Ab sofort wird Windows 7 nun mit dynamischen, automatischen Regions- und Spracheinstellungen deployed / verteilt.